Andacht

Vorweg

Ein belesener, wissbegieriger junger Mann hatte den Wunsch, mit dem sehr weisen und allseits geschätzten Rabbi Moshe Chaim mal  diskutieren zu können. Er wollte dem Rabbi darlegen, dass es aus wissenschaftlicher Sicht Gott gar nicht geben könne. "Bitteschön" sagte der Rabbi und der junge Mann legte mit großer Überzeugungskraft los. Der Rabbi hörte freundlch zu, nickte bisweilen und so gewann der junge Mann den Eindruck, dass er den Rabbi habe überzeugen können, bedankte sich höflich und stand auf. Beim Herausgehen sagte der Rabbi:" Mein junger Freund, Sie haben mich sehr beeindruckt, denn Sie haben zahlreiche bedenkenswerte Argumente vorgetragen, - aber bedenken Sie auch "Und wenn es Gott nun doch gibt".

 

Für das, was ich hier andenken will, habe ich aus den Sprüchen Salomons einen Gedanken gewählt, der in letzter Zeit immer wieder in mir aufkam:

CORONA - und wenn es nun doch SEIN Wille ist,

denn wir beten ja mit großer Ernsthaftigkeit:

dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Mit aller Deutlichkeit versuchen nun unsere Kirchenoberen, eine Verschwörungstheorie, bei der Gott seine Hand im Spiel haben könnte, gar nicht erst aufkommen zu lassen, - mit Recht wie in finde. Das ist bei dem zunehmenden Bedeutungsverlust der Kirchen wichtig - obwohl sich gut aus biblischen Texten und Gedanken heraus eine solche Theorie ableiten ließe.

Aber woher wissen die, dass Gott nicht hinter all dem steckt? Sie wissen es nicht, es passt nur ganz und gar nicht in unsere Vorstellungen von Gott, die ja alles Gute Gott zuschreiben, - na und das Böse und Schreckliche in der Welt lässt man irgendwie sich heimlich einschleichen, - wie das Virus.

Es heißt aber die biblische Überlieferung verkennen, wenn man den strafenden Gott einfach übersehen will. Dabei gibt es hinreichend Erzählungen, aus denen hervorgeht, dass Gott zürnt über das  Verhalten der Menschen.

EIN STOLZES HERZ IST DEM HERRN EIN GREUEL UND WIRD GEWISS NICHT UNGEGESTRAFT BLEIBEN. (Sprüche 6,5)

Und was sagen wir nun? Mir fallen Fakten unserer Zeit ein, die mich erschrecken und Fragen aufkommen lassen.

Hat eine Menschheit, das sind Staaten, Gesellschaften, letztlich wir alle, die für Forschung an noch wirksameren Vernichtungswaffen MILLIARDEN ausgibt, für medizinische Forschung aber nur MILLIONEN, es verdient, gerettet und erhalten zu werden?

Und während das mysteriöse Virus, das aus dem Nichts kam, überall noch wütet und die Mächtigen dieser Welt wie Hampelmänner rat- und hilflos erscheinen lässt, wie ohnmächtige Figuren, verdrängen sie ihre Ohnmacht - ohne Macht - indem sie weiter aufrüsten und Furcht einflößende Stärke demonstrieren wollen.

Kann es sein, dass diese stolzen Herzen dem Herrn ein Greuel sind? Sollten wir nicht dankbar dafür sein, dass unser stolzes Herz gebrochen wird? Wie Schuppen fällt es uns zurzeit von den Augen und unsere Scheinwelt der Gier, die nach Buddha der Urgrund allen Übels in dieser Welt ist, Gier nach immer mehr, immer besser, immer weiter, fällt in sich zusammen.

Ich erwarte auch wenig von der jetzt viel beschworenen Nach-Corona-Zeit, in der nichts mehr so sein soll, wie es mal war, sondern freundlicher unter den Menschen, hilfsbereiter und eher bereit zum Verzicht und dergleichen mehr. Ich erwarte vielmehr, dass uns schon bald wieder die Gier antreibt, denn wir trachten eben nicht als erstes nach dem Reich Gottes, sondern nehmen doch lieber alles selbst in die Hand, und der Stolz in unseren Herzen wird wieder wachsen und wir taumeln in die nächste "Katastrophe", - vielleicht - oder auch wahrscheinlich!

Aber was lässt mich hoffen, Zuversicht zu haben in unserer unruhigen, ungewissen Zeit?

Da höre ich Gottes befreiende und beruhigende Stimme sprechen:

DEINE GEDANKEN SIND NICHT MEINE GEDANKEN

und er lässt zu meiner Vergewisserung erscheinen den:

REGENBOGEN

·       Dietrich Lausberg, Pfarrer i.R. im Juni 2020