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Die
evangelische Kirchengemeinde Brackel ist die größte und
zugleich eine der ältesten Gemeinden im Bereich der Vereinigten Kirchenkreise
Dortmund und Lünen.
Für die nahezu 10.000 Gemeindemitglieder gibt es neben der
Predigtstelle ( der alten Dorfkirche ), dem Arent-Rupe-Haus und dem
Cafe „Haus Beckhoff“ noch ein Jugendzentrum und eine Tageseinrichtungen
für Kinder.
30 hauptamtliche und zahlreiche ehrenamtliche
MitarbeiterInnen teilen sich die Arbeit in der Gemeinde mit zwei
Pfarrerinnen und zwei Pfarrern.
16 Männer und Frauen, von denen jeweils die Hälfte alle vier
Jahre neu gewählt wird, bilden - zusammen mit den Pfarrern und Pfarrerinnen – das Presbyterium.
Im Jahre 1554 hat der damalige Brackeler Pfarrer Arent Rupe seiner
Gemeinde das Abendmahl „in beyderley Gestalt“ ausgeteilt und die Lieder
Martin Luthers singen lassen.
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Dies war
der Beginn der Reformation für Brackel und für Dortmund
insgesamt.
So feiern wir in diesem Jahr das 450jährige
Reformations-Jubiläum in Brackel. Die alte Dorfkirche allerdings hat bereits im Jahr 2000 mit
dem ganzen Stadtteil ihr 800jähriges Bestehen gefeiert.
Wenn auch der dörfliche
Charakter Brackels nur noch vereinzelt wahrnehmbar ist – so z.B. in dem
Ensemble alter Fachwerkhäuser, die mit Kirche und Kommende dem
Stadtteil Brackel seinen eigentlichen Mittelpunkt geben - , so haben
die Brackeler doch im guten Sinne des Wortes die Kirche im Dorf
gelassen:
„Kirche Brackel“ ist nicht nur die klare und schlichte
Ansage in der Straßenbahn 403, wenn sie sich aus östlicher
oder westlicher Richtung dem Ortsmittelpunkt nähert; „Kirche
Brackel“ ist auch im Bewusstsein der Brackeler Bevölkerung ein
stehender Begriff für eine moderne Großstadtgemeinde, die
sich mit ihrer lebendigen christlichen Tradition in das soziale,
politische und kulturelle Leben des Stadtteils einbringt.
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So war es
schon in den Zwanziger Jahren der spätere Berliner Probst Heinrich
Grüber - an dessen Engagement für verfolgte jüdische
Mitbürger eine Gedenktafel im „Hain der Gerechten“
(Holocaust-Museum Yad Vashem) erinnert - , der als Gemeindepfarrer in
Brackel eine Spur legte für das soziale und diakonische Engagement
der Gemeinde.
Und es
war Pfarrer Robert Schmidt, der mit großen Teilen der Gemeinde in
der Nazizeit tapfer dem Druck der damaligen Machthaber und den
Reglementierungen der angepassten Kirchenleitung widerstand.
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Die große Reformationsfeier in den fünfziger Jahren wurde
dann auch mit Martin Niemöller in Brackel gefeiert – und auch hier
war der Name Programm.
Denn die Brackeler Gemeinde war mit dabei als Ende der 50ziger Jahre
mit der Aktion „Kampf dem Atomtod“ gegen die Lagerung von Atomwaffen
auf dem Gelände der britischen Truppen an der Oesterstraße
die erste „Menschenkette“ von der Brackeler Kirche bis zum Kasernentor
ging. Und es ging von da aus eine direkte Linie bis zur Friedens- und
Ökologiebewegung der 80ziger Jahre.
Neben dem
sozialen und politischen Bewusstsein der Kirchengemeinde, das sich in
der jüngeren Zeit dann mit Begriffen wie Kirchenasyl und
Wanderkirchenasyl verband, hat die Gemeinde in den vergangenen 12
Jahren den Stadtteil auch kulturell mitgeprägt. Mit der
Translozierung eines alten Fachwerkhauses auf den Kirchplatz war es
gelungen, mitten im Dorf ein Begegnungszentrum zu errrichten, in dem
Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen ebenso Platz haben wie das
Engagement für eine solidarische Welt (Weltladen). Nach der
Renovierung der Brackeler Kirche und dem Ersatz der starren Bankreihen
durch eine flexible Bestuhlung ist auch dort ein Raum entstanden, in
dem neben den zahlreichen Konzerten auch Ausstellungen und
Theateraufführungen ihren Platz haben.
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