Ein
Rückblick auf die 800-Jahr-Feier im Jahr 2000
- Der Minizoo auf dem Kirchplatz
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die fröhlichen Jazzer aus Frankreich
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die Kinder der Erich-Kästner-Grundschule mit ihrem munteren
Gesang vor dem Denkmal
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die an zwei Tagen gesperrte Bauerstraße mit ihrem bunten Treiben
für Groß und Klein
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der unvergessliche Sologesang von James Tolksdorf
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Lola Blau und ein Theatererlebnis erster Güte
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überfüllte Kirche bei allen Konzerten
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gut besuchte Gottesdienste
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eine ökumenisch Feierstunde, die Kopf und Herz gleichermaßen
bediente, nachdenklich machte und
- unter die Haut ging.
Es ist lange her, dass so viele Brackeler im Zentrum unseres Dorfes
rund um das Gemeindehaus und auch in und um die Kirche herum miteinander
feierten, sich begegnen konnten, ein Schwätzchen halten, Erinnerungen
austauschen, einfach nur plaudern, Kunst und Kultur genießen
und dabei erleben, dass es gut tut, wenn man die Kirche im Dorf
lässt, wenn man weiß, dass es noch einen einladenden
Mittelpunkt gibt, auch eine Tradition, die Menschen miteinander
verbindet, selbst dann, wenn man sich kritisch mit ihr auseinandersetzt
oder auf Distanz zu ihr lebt.
800 Jahre Kirche Brackel hat dann in der Tat nicht nur während
der Festwochen, sondern schon lange vorher, die verschiedenen Gruppen
und Kreise, Vereine und Institutionen zusammengebracht.
Im November 1999 traf sich bereits ein Förderkreis,
in dem neben der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens, die örtlichen
Grundschulen, die Arbeitsgemeinschaft Brackeler Vereine, das Balou,
die Volkshochschule, die Stadtbibliothek, die Bezirksverwaltung
und die Kommende vertreten waren.
Doch begonnen hatte alles noch viel früher und viel unspektakulärer:
Noch hatte sich niemand Gedanken gemacht über das 800jährige
Jubiläum unserer alten Dorfkirche, da entstand plötzlich
Handlungsbedarf.
Natürlich wussten wir alle schon lange:
Dass man bei der schlechten Beleuchtung in der Kirche nur noch die
bekannten Choräle singen konnte; kaum jemand konnte bei dem
Dämmerlicht etwas im Gesangbuch entziffern.
Dass die uralte Elektroheizung unverhältnismäßig
teuer war und zudem auch noch unser
Öko-Bewußtsein auf harte Proben stellte.
Dass die wertvolle Ausmalung unserer alten romanischen Bauernkirche
vom schwarzgrauen Flair der ursprünglich weißen Wände
zugedeckt wurde.
Doch zwischen dem Wissen, dass etwas getan werden müsste, und
dem praktischen Tun tut sich oft ein breiter Graben auf und darin
schwimmen die vielen WENNS und ABERS, die uns oft lähmen und
Notwendiges immer wieder hinausschieben lassen.
Doch dann kam der Wink "von oben", nicht von ganz oben,
sondern nur von der Kirchturmspitze: Die alte Bauernglocke aus dem
Jahre 1734 hatte einen Riss, durfte nicht mehr geläutet werden,
wurde im wahrsten Sinn des Wortes "still" gelegt. Jetzt
musste etwas getan werden und Mut und Fantasie und Tatkraft waren
gefragt (rein zufällig waren alle drei Eigenschaften gerade
im Presbyterium versammelt).
Und so wurde genau vor vier Jahren - im Dezember 1996 - ein erster
wichtiger Schritt getan: Am 19.12.1996 wurde der
"Gemeinnützige Verein zur Erhaltung der Evangelischen
Kirche Brackel e.V." gegründet und Werner Hölscher
zum 1.Vorsitzenden gewählt.
Die Hauptaufgabe des Vereins war natürlich, Sponsoren zu finden
und Spenden zu sammeln. Daneben aber galt es, immer wieder auch
Ideen zu sammeln und durch eine kreative Öffentlichkeitsarbeit
das Thema "Erhaltung und Erneuerung der alten Bauernkirche"
den Menschen in diesem Stadtteil nahezubringen. Eine besonders gelungene
Aktion war dabei der Malwettbewerb an der Erich-Kästner-Grundschule,
aus dem im Herbst 1998 eine große Ausstellung
in der Kirche hervorging.
Mittlerweile gab es schon die ersten Pläne für die Renovierung,
die ersten Gespräche mit dem Westfälischen Amt für
Denkmalpflege und dem Kirchlichen Bauamt in Bielefeld lagen hinter
uns und das Jahr 2000 - und damit das Jubiläumsjahr rückte
näher.
Im Januar 1999 schließlich - im kirchlichen
Bauamt in der Jägerstraße hatte eine tatkräftige
junge Architektin gerade ihren Dienst angetreten - wurden unsere
Gedanken und Wünsche endlich "geerdet", erhielten
Hand und Fuß - oder anders gesagt: hinter die einzelnen Pläne
kamen jetzt konkrete Zahlen und wir wussten von nun an, wie viel
Geld für die einzelnen Maßnahmen gebraucht wurde. Und
nachdem klar war, dass neben der alten Bauernglocke auch die 1950
angeschafften Stahlglocken erneuert werden sollten, stand das Spendenziel
fest: 100.000 DM mussten zusammenkommen, damit
die alte Bauernglocke repariert und zwei neue Bronzeglocken angeschafft
werden konnten.
Im Oktober 1999 begann dann die erste Renovierungsphase,
die bis Ende November dauerte und in der die Heizung erneuert und
ein Teil der alten Bänke entfernt wurde. Advent und Weihnachten
1999 haben wir dann sozusagen auf der "Baustelle Kirche"
gefeiert.
Im Januar 2000 ging es dann in die zweite Renovierungsphase,
die Ende März abgeschlossen war und in der die Reinigung der
Wände und die Restaurierungsarbeiten an Kanzel und Altarbild
erfolgten. Ebenfalls in dieser Zeit kam die neue Bestuhlung und
die neue Beleuchtung, die Glastüren unter dem Turm und die
verbesserte akustische Anlage.
Bereits mit Beginn der 1. Renovierungsphase konnten wir auf dem
Kirchplatz einen von der Firma Rundholz zur Verfügung gestellten
Wohncontainer aufstellen - unsere "Dom-Bauhütte".
Jeden Donnerstag war sie geöffnet und Presbyterinnen und Presbyter
standen neugierigen Brackelern Rede und Antwort. Nebenbei konnte
man auch schon das Geläut der neuen Glocken vom Band bewundern.
Ein "Spenden-Barometer", das durch ein
Fenster der Bauhütte leicht einzusehen war, gab während
der gesamten Bauzeit jeweils den aktuellen Spendenstand an.
Im Mai und Juni 2000 wuchsen die Spenden vor allem
durch die Benefiz - Veranstaltungen in der neu renovierten Kirche.
Mit dem Konzert des Akkordeon - Orchesters der Musikschule Dortmund,
dem gemeinsamen Auftritt von Posaunenchor und Männergesangverein,
dem Jazzabend mit der französischen Gruppe "Zephyralogie"
und dem Stück "Lola Blau" vom Theater Dortmund wurde
in diesen Sommermonaten deutlich, dass "Kirche Brackel"
ein "weiter und offener Raum" sein kann - auch
für Kunst und Kultur und dass dieses Angebot von der Brackeler
Bevölkerung gut angenommen wird.
So gab es bereits vor den Sommerferien einen gelungenen Vorlauf
für das Fest, das dann 14 Tage lang viele Brackelerinnen und
Brackeler im Gemeindehaus und in der Kirche, auf der Bauerstraße
und dem Kirchplatz zusammenkommen und miteinander feiern ließ.
Der Gottesdienst zum "Einläuten der neuen Glocken"
machte den Anfang und dann ging es über das große Straßenfest
in der Bauerstraße zur ökumenische Feierstunde am 3.
September und anschließend zum Nostalgischen Wochenmarkt,
der mit einem großen Lichterfest am Freitagabend der 2. Festwoche
endete. Samstags hatte dann die Arbeitsgemeinschaft Brackeler Vereine
zum Dorfabend in die große Turnhalle der Geschwister-Scholl-Gesamtschule
eingeladen, bevor am Sonntag die Festwochen mit einem Jugendgottesdienst
zu Ende gingen. Und dazwischen noch eine Fülle von Veranstaltungen,
die alle eine besondere Erwähnung verdient hätten. So
z.B. die Schubert- Messe G-Dur, die unsere Kantorei am 3. September
zu Gehör brachte und der gelungene Konzertabend mit James Tolksdorf,
der nur einen Tag später auch wieder vor "ausverkauftem
Haus" stattfand.
Im Rückblick bleibt vor allem Dank zu sagen für das große
Engagement vieler haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Gemeinde. Ohne ihre Initiativen, ihre Ideen und
ihr Engagement wären diese Festwochen nicht zustande gekommen.
Zu danken ist auch für die Spendenbereitschaft, die bis zum
heutigen Tag allein für unsere Glocken den stolzen Betrag von
50.000,- € erbrachte. Zu danken haben wir auch der Firma Rundholz,
die uns für unsere "Dom-Bauhütte" auf dem Kirchplatz
über viele Monate hinweg einen Wohncontainer zur Verfügung
stellte, der Stadtsparkasse Dortmund und der Dortmunder Volksbank
für das Sponsering unserer Öffentlichkeitsarbeit vor und
während der 800-Jahr-Feier. Wir haben uns gefreut über
die Spenden aus der kath. Kirchengemeinde St. Clemens und auch über
die wohltuende ökumenische Verbundenheit, in der sie mit uns
zusammen dieses Fest gefeiert hat und wir haben schließlich
dankbar die Gastfreundschaft der Kommende beim Empfang nach der
ökumenischen Feierstunde geniessen dürfen.
Nicht zuletzt aber waren diese Tage im August und September ein
Erfolg, weil die örtliche Presse über einen langen Zeitraum
hinweg mit großer Aufmerksamkeit unsere Ideen und Pläne
verfolgt und die Brackeler Bevölkerung darüber gut informiert
hat.
Manfred W. Schwarz
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